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Selten waren Wulf und
ich auf ein Auto so gespannt wie auf diesen Mini.
Alleine die Fakten am Papier lassen jedem Benzinbruder das Wasser im Mund
zusammen laufen. 200 PS auf 1200kg.
Schon bei den ersten Runden merkt man, dass Potential in dem Wagen steckt.
Auf der GM ließen wir den Kleinen das erste mal von der Leine. Auch mit
abgeschalteter Traktionskontrolle bringt der Mini die Kraft
noch souverän auf die Strasse. Bei rollenden Starts merkt man am Zenit der
Drehmomentkurve leichten wheelspin, aber das macht
einen Heiden Spaß. Den Klang des Motors kann man ohne zu übertreiben als
"sehr geil" bezeichnen. Das heulen des Kompressors
ist allgegenwärtig. Klingt genau wie ein WRC Wagl. Der Auspuff klingt
ebenfalls sehr kernig und für eine genehmigte Anlage angenehm
laut. Der Testverbrauch betrug bei schwerstens motivierter Fahrweise
17
Liter. Ein sehr moderater Wert.
Unser Testwagen war mit dem "John Cooper Works Kit" ausgestattet. Dieses
beinhaltet einen größeren Eaton-Kompressor, einen
geänderten Zylinderkopf mit polierten Kanälen und eine angepasste
Komplettauspuffanlage.
Alle Komponenten sind vom Hersteller getestet und die volle Garantie
bleibt erhalten.
Von Außen erkennt man die "scharfe" Version an den dezenten Emblemen an
jeder Seite.
Für die Gangwahl ist ein sehr präzise zu schaltendes 6 Gang Getriebe
zuständig. Die Gänge lassen sich nachschlichten, dass es
eine Freude ist. Traumhaft wäre es, wenn BMW den Mini eines Tages mit
einem sequentiellen Getriebe ausstatten würde, denn
den Mini im Kampfbetrieb mit einer Hand zu lenken, vermag schon
fahrerisches Können.
Das Fahrwerk ist ein Traum. Besser kann ein Vorderradler gar nicht auf der
Strasse liegen. Im Grenzbereich untersteuert der Cooper,
durch lupfen des Gaspedals kommt sehr schön das Heck. Für meinen Geschmack
hätte es noch um eine Spur härter sein können.
Der 17 Zoll Radsatz passt optimal dazu und die standfesten Bremsen runden
das Paket ab.
Selten hat sich ein Auto so flink die Exelbergstrasse Richtung
Dopplerhütte hinauf bewegen lassen.
Der kurze Radstand von nur 2467mm in Kombination mit optimalen Grip
ermöglichen spektakuläre Kurvenfahrten.
Gefahren wurde der Zwerg WRC standesgemäß mit Vollvisierhelm. Weder die
Passanten, noch die Tankstellencrew hats gepackt.
Von der Verarbeitung können sich einige höherpreisige Fahrzeuge eine
Scheibe abschneiden. Nicht das geringste Anzeichen von
scheppern oder klappern. Die BMW Leute haben ganze Arbeit geleistet.
Immerhin hatte unser Testwagen schon 11000 Kilometer
auf der Uhr und wie wir alle wissen, wird einem Vorführwagen nichts
geschenkt.
Das Interieur wirkt sehr hochwertig. Der Drehzahlmesser liegt direkt über
dem Lenkrad, optimaler gehts nicht.
Der Tacho wirkt beim ersten hinsehen etwas überdimensionert, aber
spätestens wenn man den Mini auf Berg- oder Freilandstrassen
nahe dem Grenzbereich bewegt weiß man einen Geschwindigkeitsanzeiger zu
schätzen, den man locker aus dem
Augenwinkel heraus ablesen kann. Einzig der fummelige Blinkerhebel und die
etwas zu kurz geratene Beinauflagefläche
gaben Grund zur Kritik.
Die Ausstattung unseres Minis konnte sich auch sehen lassen.
Klimaautomatik, EFH, ZV mit FB, Ledersitze, Tempomat,
Reifendruckkontrolle, elektrisches Sonnendach, Sitzheizung, E-ASP, CD
Radio
Kommen wir zum Preis. Mit dieser Ausstattung kommt der Cooper S locker auf
über 30000€. Eine Menge Holz für einen Kleinwagen.
Die Cooper S Basis gibts ab 23000€. Der "John Cooper Works Kit" kostet
alleine knapp 5000€
Fazit:
Klein, teuer, saugeil. Wenn man das nötige Kleingeld hat um sich dieses
Hobby leisten zu können, bleibt nicht viel zu tun.
Seriengestühl raus, Sparco Schalen mit 7 Punkt Gurten rein und auf
Schönwetter hoffen. |