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Wir schreiben den
1. Oktober 2004. Sehnsüchtig wurde dieses Datum herbei gesehnt, da
es endlich soweit war den stärksten derzeit
erhältlichen SLK zu testen (SLK 55 AMG ist erst 2005 verfügbar).
Schon von der
Karosserie her hat sich einiges getan. Die Front ähnelt stark dem SLR,
der Wagen wirkt schnittig sportlich.
Wie auch schon sein Vorgänger, der R170, ist der neue
R171 mit einem "Variodach"
ausgestattet. So verwandelt sich das Cabrio
in nur 22 Sekunden in ein formschönes Coupe.
Unter der Haube werkelt ein V6 mit 3,5 Litern
Hubraum und 272PS. Die Drehmomentkurve
gleicht der eines Dieselmotors. In jedem
Drehzahlbereich steht ausreichend Leistung zur Verfügung. Dies ist auf die
stufenlos variablen Nockenwellen zurück
zu führen, welche
Mercedes Benz erstmalig in einem Serienfahrzeug präsentiert. Dagegen
wirken "Vanos" und "VTEC" wie Kinderspielzeug.
Besonders der Mercedes Akustikabteilung muss man gratulieren.
Im Leerlauf unhörbar ( in der ersten Zeit
sind Kontrollblicke auf den Drehzahlmesser unvermeidlich. Man weiß
nie genau ob der
Motor jetzt läuft oder nicht), aber je mehr man ihm aber die Sporen gibt,
umso fulminanter röhrt der Sechsender.
Besonders spektakulär wirkt die Geräuschkulisse im Cabrio Modus.
Im Test schlürfte der Drehmomentriese 20 Liter Super
95. Äußerst moderat wenn man den Fahrstil bedenkt.
Das 7 Gang Automatikgetriebe schlichtet sehr
sanft und kaum merkbar die Gänge nach.
Im manuellen "Kampfmodus" allerdings reagiert es beim Runterschalten etwas
träge. Das haben die Ingolstädter im TT besser gelöst.
Kommen wir nun zum leidigen Thema ESP. Das
elektronische Helferlein ist zwar abschaltbar, aber wenn man den SLK
zu motiviert
um die Ecke scheucht greift es ein und verhindert spektakuläre Drifts.
Auch hier wieder die Frage:
"WARUM???" Ängstliche Piloten werden ja, genauso wie wenn Madame zum
Shoppen fährt, die Stabilitätskontrolle wohl kaum
abschalten. Und warum gönnt man Papi keinen sonntäglichen Driftausflug
Richtung Kahlenberg?
Eine generelle Abschaltung per Software ist laut Mercedes Benz auch nicht
möglich.
Fahrwerkstechnisch gibts überhaupt nichts zu meckern. Der SLK liegt sehr
neutral auf der Strasse mit leichtem
Hang zum
untersteuern, was mit dem Gasfuß aber kompensiert werden kann (aber nur
soweit es das ESP zulässt)
Die sehr großzügig dimensionierten Bremsen packen ordentlich zu und
zeigten keinerlei Fading.
Gemischte Gefühle offenbarte uns das Interieur.
Man vermisst das lederbezogene Armaturenbrett des Vorgängers und
starrt
auf eine Plastiklandschaft. Zwar hochwertiges Plastik aber doch. Die
Verarbeitung ist erwartungsgemäß erstklassig.
Sensationell ist das Gestühl. Bequem, enorm
viel Seitenhalt und auch optisch ansprechend.
Der Clou ist allerdings AIRSCARF. So nennt
Mercedes die erstmals in einem Serienfahrzeug verbaute
Genickheizung.
In drei Stufen regelbar bläst einem angenehm warme Luft in den Nacken, was
die Cabriosaison in Verbindung mit der
sehr gut funktionierenden Sitzheizung deutlich verlängert.
Unser Testwagen war auch mit "Command", der
Multimedia Kontrollzentrale ausgestattet.
Hier managed man Radio, TV, Telefon und Navigation auf einem netten
Farbdisplay.
Weltklasse in der Hand liegt auch das Dreispeichenlenkrad.
Fazit:
Mercedes Benz hat mit dem R171 einen würdigen Nachfolger ins Rennen
geschickt.
Wenn noch das ESP wirklich zum abschalten wäre und die Tiptronic ein wenig
schneller beim runterschalten reagieren würde,
wäre der neue SLK die perfekte Alternative des Mittelstands zum SLR. |