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Am 2. September
2004 fanden wir uns ein um das Topmodell der TT Reihe näher unter
die Lupe zu nehmen.
In der Farbe "Papaya Orange" wirkt der TT wirklich giftig und ist zieht so
einige Blicke auf sich.
Äußerlich erkennt man den "3,2" an der überarbeiteten Frontstange und dem
größeren Spoiler.
Beim anstarten in
der Halle ging nicht nur die Drosselklappe, sondern auch meine
Augerln auf.
Da ist sie, die Reinkarnation des legendären VR6 Klanges. Und das auch
noch im Serienzustand.
Beim runterschalten gibt der TT automatisch Zwischengas was sich
sicherlich weniger gut macht, wenn man
ganz gediegen zur Ampel rollt und die Rennleitung steht neben einem.
Überhaupt ist das DSG Getriebe keine schlechte Erfindung. Im Normalverkehr
eine ganz normale, sehr weich schaltende
Automatik, im manuellem Betrieb ein sehr präzises Werkzeug um die Gänge
nachzuschlichten.
Die manuelle Gangwahl kann entweder am Wählhebel oder über die
Lenkradpaddles vorgenommen werden, welche einen
sehr genauen Druckpunkt haben und optimales Feedback geben.
Erst wenn der Drehzahlbegrenzer wirklich kurz bevor steht, wird die
nächste Fahrstufe automatisch eingelegt.
Auch nicht optimal, aber immerhin besser als beim smart.
Auch erwähnenswert ist die Launch Control. Ähnlich wie in der Formel 1
unterstützt dieses System den Fahrer im Einsatz.
Einfach ESP abschalten, ersten Gang einlegen, auf der Bremse bleiben und
Vollgas geben. Der Motor dreht am Stand auf
knapp 4000 Umdrehungen hoch. Dann von der Bremse runter und nach einem
kurzen Gedenkmoment zischt der TT weg
wie von der Tarantel gestochen.
Kommen wir zum
Herzstück des TT. Unter der Haube schlummert der 6 Zylinder, den wir
schon aus dem R32 Golf kennen.
Der Sound ist, wie schon erwähnt, legendär und lässt sabbernde
Spekulationen zu wie das wohl mit einer Gruppe A Auspuffanlage
und einem offenen Luftfilter klingen mag. Kraft steht bei jeder Drehzahl
ausreichend zur Verfügung und entfaltet sich sehr
unspektakulär. Abgeriegelt wird erst bei fast 7000 Umdrehungen. Im Test
erreichten wir einen maximalen Tachowert von 260 km/h.
Werksangabe sind 250. Die erreicht der 3,2 sicher.
Nicht gerade zimperlich gab sich der TT auch an der Zapfsäule.
Testverbrauch 24 Liter Super 95.
Das Fahrwerk passt sehr gut zum Rest des Fahrzeuges. Nicht zu hart, nicht
zu weich. Auf Lastwechsel reagiert der TT auch bei
deaktiviertem ESP sehr gelassen. Um ihn in der Kurve quer kommen zu lassen
muss man schon Linksbremsen.
Für saubere Drifts an diesem sonnigen Tag reichte die Motorleistung aber
dann doch nicht aus, außerdem gabs bei der
Vollkasko 5% Selbstbehalt. In schnellen, engen Kurven neigt der Wagen
absolut minimal zum untersteuern was aber durch
Gas wegnehmen schnell wieder ausgebügelt werden kann. Interessant wäre ein
Wintertest.
Sehr standhaft sind auch die großzügig dimensionierten Bremsen. Beißen gut
zu und zeigten keinerlei Fading.
Von der Verarbeitung hätten wir
uns bei einem ~ 55000€ Auto mehr erwartet. Da haben doch einige
Teile gescheppert.
Darf in dieser Klasse bei einer Laufleistung von nicht einmal 6000
Kilometern einfach nicht sein.
Ausgestattet war unser Testwagen sehr gut. Klimatronic, Sportledersitze,
Tempomat, Xenon, Bose Soundsystem, etc.
Der größte Kritikpunkt an diesem Wagen ist aber die Sitzposition. Die
Kombination von breiter Mittelkonsole, zu sehr rechts
montierter Pedalerie gekrönt von einem nicht verstellbaren Lenkrad ist
eine Katastrophe.
Nach einer Stunde fahrt spürt man schon Schmerzen im rechten Knie.
Warum die Audi Techniker die Pedale nicht weiter nach links verschoben
haben, bleibt auch ein Rätsel.
Fazit:
Dieser Wagen ist das klassische Beispiel wie ein grober Nachteil ein gutes
Gesamtkonzept über den Haufen werfen können.
Denn was nützt mir ein noch so sportlich geiles Auto, wenn ich nicht
länger als eine Stunde darin sitzen kann.
Ansonsten ist der TT 3,2 ein gelungener Sportwagen und eine echte
Alternative zum Porsche Boxster. |