HOME CINEMA
Da es in meinem Bekanntenkreis einige Leute gibt, die sich für Heimkinoanlagen interessieren, finde ich es an der Zeit, diesem Thema ein Eckchen auf meiner Homepage zu widmen.
Wer ist nicht begeistert, wenn man gemütlich im Kino sitzt und mit Popcorn und Cola bewaffnet zusieht wie Nicolas Cage Nobelkarossen klaut oder Captain Picard die Enterprise beim Sieg über die Borg kommandiert. Um solche Effekte erfolgreich in die eigenen vier Wände zu bringen, benötigt man einiges an Equipment und sollte gewillt sein, sein Wohnzimmer an die Geräte anzupassen.
Als Erstes zu den Geräten.
Das Herzstück einer jeden Heimkinoanlage ist der Verstärker. Da bei den meisten Verstärkern der Tuner bereits inbegriffen ist, fällt meistens der Ausdruck "Receiver". Dieser hat die Aufgabe die ankommenden Signale (Dolby Pro Logic, Dolby Digital, dts) zu decodieren und so räumlich wie möglich wiederzugeben. Die meisten Verstärker haben fünf getrennte Leistungsendstufen, damit jeder Lautsprecher soviel Leistung bekommt wie er braucht. Der sechste (bei 6.1 Geräten siebente) Kanal für den Subwoofer wird meistens nur vorverstärkt, da die meisten Leute einen aktiven Woofer verwenden, welcher die Endstufe ja schon integriert hat.
Um sich die Welt des Kinos ins Wohnzimmer zu holen gehört ein DVD Player heutzutage schon zum Standardinventar. Dieses Speichermedium bietet die Möglichkeit Filme in mehreren Sprachen, mit unterschiedlichsten Untertiteln und einigen Specials auf eine Disc zu speichern. Außerdem bietet sie den Vorteil, daß oft angesehene Filme auch bei der tausendsten Wiedergabe keinerlei Verschleißerscheinungen zeigen. Es gibt Modelle mit oder ohne Ländercodesperre. Letztere bieten die Möglichkeit ausländische DVDs wiederzugeben.
In jedem Haushalt ist wohl ein Videorecorder zu finden. Für Heimkinoanwendungen sind allerdings nur Stereomodelle zu verwenden, da Monogeräte die auf der Kassette befindlichen Dolby Tonspuren nicht an den Verstärker weitergeben können. Dieses Medium bietet den Vorteil, daß die Filme inzwischen sehr günstig im Handel erhältlich sind, jedoch in keinster Weise an die Qualität einer DVD herankommen.
Damit man auch etwas sieht bieten sich ein Fernsehgerät an. Unterschieden wird zwischen konventionellen 4:3 und 16:9 Geräten. Dies gibt das Seitenverhältnis der Bildfläche an. Bei 16:9 Geräten ab 82cm Diagonale kommt so richtiges Kinofeeling auf. Im Handel sind 50- und 100Hz Fernsehgeräte erhältlich, wobei die 100Hz Varianten durch die höhere Zeilenwiederholfrequenz erheblich Augenschonender sind.
Und nun zu den Lautsprechern.
Links und rechts neben der Bildausgabe sind die Frontlautsprecher angeordnet. Sie sind nicht nur für die normale Stereowiedergabe, sondern auch für die Links-Rechtseffekte zuständig. Wenn das nötige Kleingeld fehlt, können sie auch den Subwoofer ersetzen, obwohl sie durch die gezwungenen höheren Trennfrequenz der Tieftonchassis leichter zu orten sind als ein separater Woofer.
Über der Bildausgabe befindet sich der Centerlautsprecher. Er ist für die vordere Stimmenwiedergabe zuständig. Je näher er über dem Fernsehgerät platziert wird, umso realistischer wirkt das Klangbild. Kaum zu glauben, aber bei der Filmwiedergabe gehen fast 70 Prozent der Audiosignale über den Center. Deswegen sollte man an dieser Stelle nicht sparen. Ein noch besseres Klangbild erhält man, wenn der Center und die Frontlautsprecher mit den selben Lautsprecherchassis bestückt sind.
Kommen wir nun zu den
Surroundlautsprechern.
Die Positionierung hängt davon ab, ob man ein 5.1 oder ein 6.1 (7.1) System
realisieren will.
Bei 5.1 sollten die Effektlautsprecher hinter der Hörposition platziert werden,
da sie bei dieser Variante alleine für die eigentlichen Effekte zuständig sind.
Bei 6.1 und 7.1 werden sie neben der Hörposition montiert und dienen als erste
Effektebene. Die Montagehöhe sollte bei rund 2 Metern liegen.
Man unterscheidet zwischen Direktstrahlern und Dipollautsprecher.
Dipollautsprecher strahlen nach vorne und hinten ab, was ein sehr diffuses
Klangbild zur Folge hat.
Leider sind die Platzgegebenheiten in der wenigsten Wohnzimmern für
Dipollautsprecher geeignet.
Hinter den Surroundlautsprechern
kommen die Backsurround Lautsprecher zum Einsatz.
Bei 6.1 kommt ein Lautsprecher, bei 7.1 zwei Lautsprecher zum Einsatz.
Die Montagehöhe sollte auf dem Niveau der Surroundlautsprecher liegen.
Für die tiefen Töne und das richtige Grummeln sorgt der Subwoofer. Meist versieht dort ein Tieftonchassis mit 25-38 cm Durchmesser seinen Dienst. Passive Woofer benötigen eine externe Leistungsendstufe, aktive Geräte haben diese bereits integriert. Über die Positionierung des Woofers herrschen rege Diskussionen. Einige Leute meinen, dass die Position neben den Frontlautsprechern ideal sei, ich bevorzuge allerdings die Position neben bzw. hinter dem Sitzplatz. Erstens braucht man weniger Leistung und zweitens überträgt sich der Schall besser auf den Zuhörer.
![]() |
![]() |
![]() |
Für Freaks gibt es dann noch weitere Gimmicks.
Das ultimative Kinofeeling kommt erst mit einem Projektor auf. An der Decke montiert projizieren diese Geräte das Bild in enormer Größe auf eine Wand oder eine Leinwand. Der Nachteil dieser Projektoren liegt darin, daß nach einer gewissen Anzahl von Betriebsstunden die Lampen ihren Dienst quittieren, was natürlich Kostspielig wird.
Für Leute, denen ein Subwoofer alleine nicht reicht, gibt es sogenannte Körperschallerzeuger. Im Volksmund nach dem Ersthersteller "Paraseat" genannt. Anders als ein Subwoofer erzeugen diese aschenbechergroßen Chassis keinen Schalldruck, sondern Körpervibrationen. Direkt unter der Sitzposition des Zuschauers montiert hat dieser das Gefühl so richtig durchgeschüttelt zu werden. Ihre Funktionsweise stammt aus der Erdbebenforschung, wo ihre "großen Brüder" benutzt werden um ganze Häuser (absichtlich) zum Einsturz zu bringen.
Heimkino Glossar:
Relevante Links zum Thema Heimkino finden Sie hier: