AUTOIMPORT AUS DEUTSCHLAND

oder

9 Schritte zur Glückseeligkeit

 

Man hört ja die wildesten Geschichten zu diesem Thema. Da ich mir mein Auto auch aus Deutschland geholt habe,
werde ich Euch hier mal meine Erfahrungen schildern. Aus erster Hand.

Grundfrage: Warum aus Deutschland?

Weil die Autos dort um einiges billiger sind und zweitens der Markt größer ist.
Man findet also schneller sein Traumauto.
Step 1: Die Suche



www.mobile.de
www.autoscout24.de
www.webmobil24.com
www.faircar.autoscout24.de
www.autosupermarket.it
 
Step 2 :Informieren



Händler telefonisch oder per mail kontaktieren um genaue Details über das Fahrzeug zu erfahren (Firmentelefon leistet hier treue Dienste)

Fragen ob in dem angegebenen Preis die Mwst enthalten ist (ist nämlich nicht immer so, obwohl es mobile.de & Co so vorschreiben)

Dem Händler gleich mal ansagen, dass wenn man 1000km oder mehr zurück legt und dann vor einer Vollleiche steht, er sich gleich mal bei einem lokalen Bestattungsinstitut eine neue Behausung aussuchen kann.

Notfalls mehr Fotos per mail in höherer Auflösung schicken lassen. Wunder wirken oft auch die Worte "Ist ein Ankaufstest möglich?" oder "Gibts Garantie drauf?". Wenn da der Gesprächspartner zu stottern anfängt, weiß man, da hats was.
 

Step 3: Vorkaufsrecht und Überstellungskennzeichen sichern

Es wäre ja sehr unangenehm wenn man mehr als 1000 Kilometer reist und das Objekt der Begierde wäre in der
Zwischenzeit verkauft. Am besten macht man das indem der Händler einen verbindlichen Vorvertrag faxt.
Dieser wird unterschrieben retourniert und der Wagen ist erstmal reserviert.

Falls der Wagen noch angemeldet ist, ist meist eine kleine Anzahlung fällig, da der Besitzer das Fahrzeug ja
abmelden muss und wenn man sichs dann anders überlegt bleibt er auf den Kosten sitzen.
In meinem Fall habe ich € 500,- auf das Konto des Händlers überwiesen und ihm den Beleg gefaxt.

Die meisten Händler organisieren Überstellungskennzeichen. Diese sind 5 Tage gültig und werden anschliessend
weggeworfen. Für die Ausstellung braucht der Händler die Kopie eines Personalausweises und des Meldezettels.
 

Es gibt zwei Arten von deutschen Überstellungskennzeichen. Die mit gelben Datumsfeld sind nur innerhalb Deutschlands
gültig. Die mit dem roten Datumsfeld auch im Ausland.

Ich bekam unabsichtlich die gelbe Version. Wurscht, gut is gangen nix is gscheng. Kosten hierfür € 100,-.
 

Step 4: Geld organisieren

Manche mögen jetzt lachen, aber Geld am Konto und Geld in der Hand sind zwei paar Schuhe.
Ich habe die Kaufsumme für meinen SL zum Beispiel auch telefonisch bestellen müssen.

Step 5: Wer fährt mit?

Alleine ist so ein Trip ziemlich hardcore, egal für welche Reiseart man sich entscheidet.
Alleine die Rückfahrt ist solo und unausgeschlafen gefährlich, und bei der Hinfahrt kann man sich 10 Stunden
mit der Klospülung unterhalten.
Außerdem hört man immer wieder von Fake Inseraten, wo potentielle Käufer angelockt und dann ausgeraubt
werden. Also am besten den stärkst gebauten im Freundeskreis mitnehmen.

Step 6: Reiseplanung

Wie komme ich zum Händler? Da solche Käufe meist spontan geschehen nützen die viel angepriesenen Billigflüge
relativ wenig, da man die Monate vorher buchen muss. Auch die Superspartarife der ÖBB sind Bauernfängerei, da
diese kontingentiert sind und meist zu Jahresbeginn schon ausgebucht sind.
Ich entschied mich für eine Bahnfahrt Wien-Düsseldorf um € 79,90 pro Person. Von dort mit der S-Bahn nach
Mönchengladbach (€ 2,-) und mit dem Taxi zum Händler ( € 8,-)

Noch ein Tipp am Rande. Die Tussi der Bahnhotline redet meistens den ärgeren Topfen zusammen.
Mir erzählte sie etwas von € 130,- als billigste Version, gebucht habe ich dann am Westbahnhof direkt um die Hälfte.

Auch die Planung der Heimfahrt darf man nicht vergessen, außer man kauft ein Fahrzeug mit Navi.

Step 7: Heimfahrt

Spritkosten müssen mitkalkuliert werden. Nicht vergessen an der letzten Raststätte vor der österreichischen Grenze
eine Autobahnvignette zu kaufen!!!

Step 8: Auto in Österreich. Was jetzt?

Falls das Fahrzeug über einen EU-Fahrzeugschein verfügt muss man sich von der Werkstätte eine Bestätigung
ausstellen lassen, dass das Fahrzeug im Originalzustand ist und eine §57 (Pickerl) Begutachtung ohne Kennzeichen
durchführen lassen (€ 30,-) Dann einfach zur Vertriebsstelle des jeweiligen Herstellers gehen und den deutschen
Fahrzeugschein gegen einen österreichischen Typenschein umtauschen lassen. Dauert eine Woche (ca. € 200,-)

Falls das Fahrzeug keinen EU-Fahrzeugschein hat, muss es einzelgenehmigt werden.
In Wien ist dafür die MA 46 zuständig. Der Zivilgutachter Deines Vertrauens kann das aber auch (€ 500,-)
Derzeit ist aber bei der MA 46 eine Wartezeit von 6 bis 10 Wochen einzukalkulieren, da der Eigenimport boomt.
*Update 28.07.05*
Der Leiter der MA46, Herr DI Reinhard Schmid hat meinen Artikel hier gefunden und mich freundlicherweise per
mail kontaktiert. Er teilte mir mit, dass solche langen Wartezeiten nicht die Regel sind und auch durch die Urlaube
seiner Mitarbeiter bedingt sind. An dieser Stelle herzlichen Dank Herr Schmid. Endlich ein "Beamter", der sich
sich um Anliegen seiner "Kunden" auch wirklich kümmert.

Was alles mitgebracht werden muss findet Ihr hier
Der Zivilgutachter ist zwar teurer, dafür wesentlich schneller (~ 5 Werktage)


Step 9: Nova und Mehrwertsteuer

*Update 29.09.11*
Da sich seit meinem letzten Import die Gesetzeslage komplett verändert hat, habe ich die bisherigen Einträge
bei diesem Punkt gelöscht und möchte Euch auf zwei tolle Seiten verweisen, deren Webmaster auf dem aktuellen
Stand sind.


1.) www.nova-rechner.at ist die Seite von "djasmaron" auf der Ihr Euch relativ genau die aktuellen Abgaben ausrechnen könnt.

2.) www.yangel.com ist die Seite meiner lieben Freundin Nora, die schon einige Fahrzeuge nach Österreich geholt hat
    und das auch auf Ihrer website toll dokumentiert hat. Aber bitte verschont sie mit Anfragen nach genauen Berechnungen,
    denn genauso wie ich betreibt sie ihre Seite privat und nicht kommerziell!