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Mercedes SLK 350 (R171)

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Leistung: 272 PS
Drehmoment: 350Nm @ 2400 – 5000 upm
Zylinder: 6
Hubraum: 3,5 Liter
Eigengewicht: 1465 kg
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,6 sek
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Antrieb: Heckantrieb, 7 Gang Automatik „7G-Tronic“
Standort: Wiesenthal Wien 22
Fahrer: phj
Beifahrer: Robert
Charakteristik: SLR des kleinen Mannes

Wir schreiben den 1. Oktober 2004. Sehnsüchtig wurde dieses Datum herbei gesehnt, da es endlich soweit war den stärksten derzeit
erhältlichen SLK zu testen (SLK 55 AMG ist erst 2005 verfügbar).

Schon von der Karosserie her hat sich einiges getan. Die Front ähnelt stark dem SLR, der Wagen wirkt schnittig sportlich.
Wie auch schon sein Vorgänger, der R170, ist der neue R171 mit einem “Variodach” ausgestattet. So verwandelt sich das Cabrio
in nur 22 Sekunden in ein formschönes Coupe.

Unter der Haube werkelt ein V6 mit 3,5 Litern Hubraum und 272PS. Die Drehmomentkurve gleicht der eines Dieselmotors. In jedem
Drehzahlbereich steht ausreichend Leistung zur Verfügung. Dies ist auf die stufenlos variablen Nockenwellen zurück zu führen, welche
Mercedes Benz erstmalig in einem Serienfahrzeug präsentiert. Dagegen wirken “Vanos” und “VTEC” wie Kinderspielzeug.
Besonders der Mercedes Akustikabteilung muss man gratulieren.
Im Leerlauf unhörbar ( in der ersten Zeit sind Kontrollblicke auf den Drehzahlmesser unvermeidlich. Man weiß nie genau ob der
Motor jetzt läuft oder nicht), aber je mehr man ihm aber die Sporen gibt, umso fulminanter röhrt der Sechsender.
Besonders spektakulär wirkt die Geräuschkulisse im Cabrio Modus.
Im Test schlürfte der Drehmomentriese 20 Liter Super 95. Äußerst moderat wenn man den Fahrstil bedenkt.

Das 7 Gang Automatikgetriebe schlichtet sehr sanft und kaum merkbar die Gänge nach.
Im manuellen “Kampfmodus” allerdings reagiert es beim Runterschalten etwas träge. Das haben die Ingolstädter im TT besser gelöst.

Kommen wir nun zum leidigen Thema ESP. Das elektronische Helferlein ist zwar abschaltbar, aber wenn man den SLK zu motiviert
um die Ecke scheucht greift es ein und verhindert spektakuläre Drifts. Auch hier wieder die Frage:
“WARUM???” Ängstliche Piloten werden ja, genauso wie wenn Madame zum Shoppen fährt, die Stabilitätskontrolle wohl kaum
abschalten. Und warum gönnt man Papi keinen sonntäglichen Driftausflug Richtung Kahlenberg?
Eine generelle Abschaltung per Software ist laut Mercedes Benz auch nicht möglich.

Fahrwerkstechnisch gibts überhaupt nichts zu meckern. Der SLK liegt sehr neutral auf der Strasse mit leichtem Hang zum
untersteuern, was mit dem Gasfuß aber kompensiert werden kann (aber nur soweit es das ESP zulässt)
Die sehr großzügig dimensionierten Bremsen packen ordentlich zu und zeigten keinerlei Fading.

Gemischte Gefühle offenbarte uns das Interieur. Man vermisst das lederbezogene Armaturenbrett des Vorgängers und starrt
auf eine Plastiklandschaft. Zwar hochwertiges Plastik aber doch. Die Verarbeitung ist erwartungsgemäß erstklassig.
Sensationell ist das Gestühl. Bequem, enorm viel Seitenhalt und auch optisch ansprechend.
Der Clou ist allerdings AIRSCARF. So nennt Mercedes die erstmals in einem Serienfahrzeug verbaute Genickheizung.
In drei Stufen regelbar bläst einem angenehm warme Luft in den Nacken, was die Cabriosaison in Verbindung mit der
sehr gut funktionierenden Sitzheizung deutlich verlängert.
Unser Testwagen war auch mit “Command“, der Multimedia Kontrollzentrale ausgestattet.
Hier managed man Radio, TV, Telefon und Navigation auf einem netten Farbdisplay.
Weltklasse in der Hand liegt auch das Dreispeichenlenkrad.

Fazit:
Mercedes Benz hat mit dem R171 einen würdigen Nachfolger ins Rennen geschickt.
Wenn noch das ESP wirklich zum abschalten wäre und die Tiptronic ein wenig schneller beim runterschalten reagieren würde,
wäre der neue SLK die perfekte Alternative des Mittelstands zum SLR.

 

phj

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